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Finnlands Dirigenten

Das Buch

Finnische Dirigenten sind Botschafter einer ganz eigenen Musikkultur. Das Land hat nur knapp 5,5 Millionen Einwohner, aber eine Klassikszene, die mit erfreulicher wie überraschender Regelmäßigkeit Stars hervorbringt wie kaum eine andere: Finnische Dirigenten scheinen eine Magie in ihren Taktstock legen zu können, wie es sie sonst nur selten gibt. Vesa Sirén, finnischer Musikjournalist und Kenner der internationalen Musikszene, geht dem Erfolgsgeheimnis der finnischen Dirigenten auf den Grund.

Vesa Siréns Buch ist ein monumentales Sachbuch und doch lakonisch, sensibel und mit einer Prise Witz geschrieben wie ein guter finnischer Roman.

In „Finnlands Dirigenten – Von Sibelius und Schnéevoigt bis Saraste und Salonen“ erzählt Vesa Sirén narrativ und analytisch, mit Liebe für Details wie mit dem Blick aufs Große, wie visionäre Künstler und geniale Lehrmeister die finnische Dirigierkunst einzigartig gemacht haben. Bei seinen Recherchen ist er auf bisher unbekannte Notizen von Jean Sibelius und verschollen geglaubte Briefe von Robert Kajanus gestoßen. Diese und andere Dokumente gewähren Einblicke in die künstlerische Vision und den Arbeitsalltag der beiden Mitbegründer der Klassikszene Finnlands.

Kajanus und Sibelius komponieren große Orchesterwerke auf der Basis des „Kalevala“, des finnischen Nationalepos. Über den Heldenmythos findet Sibelius zu seiner einzigartigen symphonischen Kunst und schreibt 1899 die erste Fassung von „Finlandia“. Damals heißt die Suite, zu der das später „Finlandia“ genannte Stück „Finnland erwacht“ gehört, noch „Musik zu den Pressefeiern“ und ist ein klingender Protest gegen die Bestrebungen Russlands, die Autonomie Finnlands einzuschränken. Als das Werk 1900 auf der Pariser Weltausstellung erklingt, dirigiert von Robert Kajanus, verleiht es nicht nur Finnlands Streben nach einer eigenständigen Kultur und nach Unabhängigkeit vom russischen Zarenreich Ausdruck, sondern macht auch Finnlands Musik und Dirigenten auf einen Schlag berühmt. „Finlandia“ erzählt von Weite und Wehmut, vom Kampf und Konflikt – bis es in einen später hinzugefügten hymnischen Chor mündet: „Oh Finnland, erhebe dich ...“. 1917 ist es so weit: Finnland wird unabhängig.

Sibelius’ Komposition wird eine inoffizielle Nationalhymne, und verschiedene Textdichter versuchen sich an der Chorfassung. „Finlandia“ wird im 20. Jahrhundert ein Volkslied, das sich die Menschen aneignen, eine Tondichtung, die aus dem Konzertsaal heraus in die Chöre und in die Herzen wandert. Sibelius muss sein Werk aus der Hand geben, in die Hand der Finnen. Er sagt: „Es ist nicht zum Singen gedacht. Es ist ja für ein Orchester komponiert. Aber wenn die Welt singen will, dann kann man wohl nichts dagegen tun.“

Nicht nur mit Kompositionen und Dirigaten prägen Kajanus und Sibelius die Musikkultur: Beide Künstler setzen auch in der Ausbildung von Musikern, Sängern und Dirigenten in Helsinki Maßstäbe. Sie machen das Musikinstitut Helsinki zu dem, was es heute ist. Der Komponist und Musikwissenschaftler Martin Wegelius, ein Zeitgenosse und Bekannter des Dirigenten Robert Kajanus, hat es 1882 gegründet. Kajanus setzt auf eine eigene Orchesterschule. Konkurrenz und gegenseitiger Austausch befeuern die Qualität des Unterrichts. Der junge Sibelius lehrt an beiden Ausbildungsstätten, 1914 fusionierten sie schließlich. Seit 1939 trägt das Konservatorium Sibelius’ Namen – und bis heute ist die Sibelius-Akademie die Zauberschule der finnischen Musik. Nicht nur Dirigenten, auch Musiker und Sänger studieren hier.

Okko Kamu etwa, einer der Experten, die in diesem Buch über die finnische Musik sprechen, studierte zunächst Violine und brachte sich das Dirigieren selbst bei – und war in seiner langen Pult-Karriere unter anderem Musikdirektor der Finnischen Nationaloper. Großmeister der Akademie ist derzeit Jorma Panula: Fast alle der heute weltweit erfolgreichen finnischen Dirigenten haben unter anderem bei ihm ihr Handwerk erlernt. Auf seinem Können und seiner Lehre bauen Finnlands Dirigenten der Gegenwart auf. Jukka-Pekka Saraste steht als Chefdirigent am Pult des WDR Symphonieorchesters. In Wien begeistert Mikko Franck regelmäßig das Opernpublikum. Erkki Korhonen hat jahrelang das Opernstudio Zürich geleitet. Leif Segerstam war Leiter des Radio-Symphonieorchester Wien, hat in den 80er-Jahren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz geleitet und ist dem Klangkörper bis heute eng verbunden. Pietari Inkinen, übrigens auch ein exzellenter Geiger, ist Chefdirigent der Ludwigsburger Schlossfestspiele. In nahezu jeder Konzertsaison ist Esa-Pekka Salonen zu Gast beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Susanna Mälkki begeistert mit ihren internationalen Gastdirigaten die Fans der Neuen Musik. Sie alle sind Weltstars der klassischen Musik – und sie alle kommen aus Finnland.

Vesa Siren

Der Autor

Vesa Sirén, Jahrgang 1967, ist Musik- und Kulturjournalist und lebt in Finnlands Hauptstadt Helsinki. Er ist Redakteur im Feuilleton der traditionsreichen, überregionalen Tageszeitung Helsingin Sanomat. Dort berichtet er über klassische Musik und das finnische Kulturleben. Er ist ein international gefragter Experte für das Werk des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Vesa Sirén hat viele Beiträge für die englischsprachige Fachzeitschrift Finnish Music Quarterly sowie zwei Bücher über Jean Sibelius geschrieben und ist außerdem Herausgeber und Autor für die umfassende viersprachige Sibelius-Website www.sibelius.fi. In Finnland wurde sein Buch „Finnlands Dirigenten“ mit dem bedeutendsten Buchpreis des Landes ausgezeichnet, dem Finlandia-Sachbuchpreis.

Die Übersetzer

Roman Schatz, Jahrgang 1960, arbeitet als Journalist und Schriftsteller und lebt seit 1988 in Helsinki. In zahlreichen Büchern, seinem Radioprogramm und als beliebter Moderator setzt er sich mit den verschiedensten Aspekten des deutsch-finnischen Verhältnisses auseinander.

Benjamin Schweitzer, Jahrgang 1973, ist Komponist und Musikwissenschaftler. Er hat unter anderem an der Sibelius-Akademie in Helsinki studiert. Er lebt in Berlin und Finnland und schreibt über die finnische Musikszene.

Die Editorin

Felicia Englmann, Jahrgang 1973, ist freie Autorin, Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Sie arbeitet unter anderem für den Bayerischen Rundfunk und schreibt über Kultur, Reisen und Zeitgeschehen. Sie liebt Musik von Sibelius, Karjalanpiirakka und die Mumins.

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Von Sibelius und Schnéevoigt
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Ein Handbuch für Musikprofis,
Musikliebhaber und Finnland-Fans
ISBN: 978-3-942073-42-4
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